ANMERKUNG: Die folgenden Infos habe ich auf der Fahrt nach Amboise mit Gemini zusammengestellt. Ich gehe davon aus, dass die Fakten so stimmen und kopiere alles direkt auf diese Seite:
Bitte erzähl uns mehr zu da Vinci u seiner Zeit in Amboise
Die Geschichte von Leonardo da Vinci und Amboise ist die Geschichte eines großen Abschieds, aber auch eines triumphalen Spätwerks.
Im Herbst 1516 überquerte der damals 64-jährige Leonardo die Alpen. Er war gesundheitlich bereits angeschlagen – seine rechte Hand war nach einem Schlaganfall teilweise gelähmt. Doch im Gepäck hatte er seine wertvollsten Schätze: Notizbücher, Skizzen und drei seiner Lieblingsgemälde, darunter die Mona Lisa, die er bis zu seinem Tod in Amboise immer weiter verfeinerte.
Der Ruf des jungen Königs
Der erst 21-jährige französische König Franz I. war fasziniert von der italienischen Renaissance und wollte das Genie unbedingt an seinem Hof haben. Er bot Leonardo ein verlockendes Angebot: Das Herrenhaus Clos Lucé als Wohnsitz, eine üppige Pension von 700 Goldkronen im Jahr und den Titel „Erster Maler, Ingenieur und Architekt des Königs“.
Das Faszinierendste daran: Franz I. verlangte im Grunde keine konkreten Gegenleistungen. Er wollte lediglich das Privileg, sich jederzeit mit dem Meister unterhalten zu können.
Was tat Leonardo in Amboise?
Wer glaubt, der alte Meister habe in Amboise nur noch seinen Ruhestand genossen, irrt. Leonardo war bis zu seinem letzten Atemzug hyperaktiv:
- Der Festungsmeister: Er entwarf für den König grandiose, mechanische Spektakel. Berühmt ist sein mechanischer Löwe, der bei einem Fest auf den König zuging, sich öffnete und dessen Brust voller Lilien (das Symbol der französischen Krone) offenbarte.
- Der visionäre Stadtplaner: Er zeichnete Pläne für eine komplett neue Königsstadt in Romorantin, inklusive eines riesigen Kanalsystems zur Regulierung des Wassers. Das Projekt wurde wegen einer Pestepidemie nie gebaut, aber die Ideen flossen später maßgeblich in den Bau des berühmten Schlosses Chambord ein (unter anderem die berühmte, doppelläufige Wendeltreppe).
Das Ende und der Mythos
Am 2. Mai 1519 starb Leonardo da Vinci in seinem Schlafzimmer im Clos Lucé. Eine berühmte Legende besagt, dass der König in seinen Armen lag, als er verstarb. Auch wenn Historiker heute vermuten, dass Franz I. an diesem Tag an einem anderen Ort Hof hielt, zeigt dieser Mythos, wie tief der Respekt vor dem Genie war.
Wie sieht das Grab von Leonardo da Vinci in der Hubertuskapelle des Schlosses Amboise heute aus und was ist die Geschichte dahinter?
Das Grab von Leonardo da Vinci ist ein Ort von schlichter, aber tief ergreifender Eleganz. Es befindet sich in der Hubertuskapelle (Chapelle Saint-Hubert), die wie ein steinernes Juwelenkästchen auf den mächtigen Festungsmauern des königlichen Schlosses von Amboise thront.
Gute Nachrichten für Ihre Reise: Nach einer über zweijährigen, aufwendigen Generalsanierung erstrahlt die Kapelle wieder in vollem, makellosem Glanz.
Wie sieht das Grab heute aus?
Das Grab selbst spiegelt die späte Ruhe des Genies wider. Es ist kein pompöses, barockes Monument, sondern fügt sich dezent in den gotischen Raum ein:
- Die Grabplatte: Im Boden des rechten Querschiffs der Kapelle liegt eine schlichte, dunkle Schieferplatte.
- Die Inschrift: Darauf eingraviert sind sein Name sowie seine Lebensdaten: LEONARDO DA VINCI.
- Das Medaillon: Über der Grabplatte an der Wand ist ein kreisrundes, reliefartiges Bronzemedaillon angebracht, das das markante Profil des gealterten Meisters mit seinem langen Bart zeigt.
- Der Blumengruß: Traditionell liegt fast immer eine frische, weiße Rose auf der dunklen Steinplatte – eine rührende Geste, die von Besuchern und den Schlossgärtnern gepflegt wird.
Die bewegte (und detektivische) Geschichte dahinter
Dass Leonardo heute genau dort ruht, grenzt an ein kleines historisches Wunder, denn sein Leichnam blieb von den Wirren der Geschichte nicht verschont.
1. Das ursprüngliche Grab
Als Leonardo 1519 starb, wurde er seinem Wunsch entsprechend nicht in der Hubertuskapelle bestattet, sondern in der viel größeren Stiftskirche Saint-Florentin, die sich ebenfalls auf dem Schlossgelände befand.
2. Die Zerstörung in den Revolutionsjahren
Während der Französischen Revolution wurde das Schloss Amboise teilweise geplündert und stark beschädigt. Anfang des 19. Jahrhunderts befand sich die Kirche Saint-Florentin in einem so desolaten Zustand, dass der damalige Besitzer sie komplett abreißen ließ. Die Gräber im Inneren wurden eingeebnet, die genaue Lage von Leonardos Ruhestätte geriet in Vergessenheit.
3. Die Schatzsuche im Jahr 1863
Erst gut 50 Jahre später begab sich der französische Kunsthistoriker Arsène Houssaye auf detektivische Spurensuche. Er grub auf dem ehemaligen Gelände der zerstörten Kirche und stieß tatsächlich auf ein Skelett.
- Die Indizien: Neben den Knochen fand er Fragmente einer Grabplatte mit den Buchstaben „EO… D… VINC…“ und Münzen aus der Regierungszeit von Franz I. Zudem passte die überdurchschnittliche Körpergröße der Knochen perfekt zur historischen Beschreibung Leonardos. Auch die Schädelform entsprach den feinen Gesichtszügen des Genies.
4. Die letzte Ruhe
Die sterblichen Überreste wurden sorgfältig gesammelt und 1874 in die kleinere, wunderschöne Hubertuskapelle überführt, wo sie bis heute liegen.
Wie kam die Mona Lisa nach Frankreich und was passierte mit ihr nach Leonardo da Vincis Tod in Amboise?
Die Reise der Mona Lisa nach Frankreich ist fast so abenteuerlich wie das Gemälde selbst. Dass das weltberühmte Porträt heute im Louvre hängt und nicht in Florenz, verdanken wir direkt Leonardos Umzug nach Amboise.
Hier ist die faszinierende Geschichte, wie das Bild über die Alpen kam und was danach mit ihm geschah:
Die Reise über die Alpen (1516)
Leonardo da Vinci hatte die Mona Lisa (die er um 1503 in Florenz begonnen hatte) nie an den ursprünglichen Auftraggeber übergeben. Sie war für ihn ein zutiefst persönliches Meisterwerk, an dem er über 15 Jahre lang immer wieder feine Korrekturen vornahm.
Als er 1516 der Einladung von König Franz I. nach Amboise folgte, packte er das Gemälde – gemalt auf einer Pappelholzplatte – kurzerhand in seine Satteltaschen. Zusammen mit seinen Notizbüchern und zwei weiteren Gemälden (Johannes der Täufer und Anna Selbdritt) transportierte er es auf dem Rücken eines Maultiers über die rauen Pfade der Alpen bis nach Amboise in sein neues Zuhause, das Schloss Clos Lucé.
Was passierte nach Leonardos Tod 1519?
Nachdem Leonardo im Mai 1519 in Amboise verstorben war, ging die Mona Lisa nicht etwa automatisch in den Besitz des französischen Königs über. Leonardo hatte seine Besitztümer testamentarisch unter seinen Schülern aufgeteilt.
1. Das Erbe des „kleinen Teufels“
Das Gemälde ging zunächst an Gian Giacomo Caprotti, genannt Salai („kleiner Teufel“). Salai war Leonardos langjähriger Schüler, Vertrauter und mutmaßlicher Liebhaber, der den Meister auch nach Frankreich begleitet hatte (wenn auch kurz vor dessen Tod nach Mailand zurückgekehrt war).
2. Der Kauf durch den König
König Franz I. wollte das Bild jedoch unbedingt für seine Sammlung haben. Kurz nach Leonardos Tod erwarb der König das Gemälde von Salai (bzw. dessen Erben) für eine immense Summe von mehreren tausend Goldkronen. Damit wurde die Mona Lisa offiziell Teil der französischen königlichen Kunstsammlung.
Die Stationen der Mona Lisa in Frankreich
Bevor die Dame mit dem geheimnisvollen Lächeln ihren festen Platz im Pariser Louvre fand, zog sie über Jahrhunderte hinweg durch die Residenzen der französischen Herrscher:
- Das königliche Badezimmer: Franz I. ließ das Bild im Schloss Fontainebleau ausstellen – kurioserweise unter anderem im prunkvollen gewölbten Badebereich des Königs, der damals als Empfangsraum für wichtige Gäste diente.
- Der Sonnenkönig in Versailles: Im späten 17. Jahrhundert ließ Louis XIV. (der Sonnenkönig) das Bild in den Palast von Versailles bringen, wo es in seinen privaten Gemächern bewundert werden konnte.
- Im Schlafzimmer von Napoleon: Nach der Französischen Revolution wurde die Sammlung verstaatlicht. Doch bevor das Bild dauerhaft ins Museum zog, ließ es der Kaiser Napoleon Bonaparte um 1800 kurzerhand in seinem privaten Schlafzimmer im Tuilerien-Palast aufhängen, weil er so fasziniert von ihr war.
- Einzug in den Louvre: Seit 1804 hängt die Mona Lisa dauerhaft im Louvre in Paris (mit einer dramatischen Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg, als sie auf einer Lazaretttrage versteckt vor den Nationalsozialisten quer durch französische Landschlösser wie Chambord evakuiert wurde).
Wenn Sie also in Amboise durch die Räume des Clos Lucé gehen, stehen Sie genau an dem Ort, an dem Leonardo vor über 500 Jahren saß, den Pinsel in der Hand, und dem berühmtesten Lächeln der Welt den letzten Schliff verpasste.
Wie verbrachte da Vinci seine Tage in Amboise? Was war ein typischer Tagesablauf? Hatte er ausser dem König andere Freunde?
Ein Tag im Leben des gealterten Genies in Amboise war geprägt von intellektueller Freiheit, aber auch von den körperlichen Einschränkungen seines Alters. Da seine rechte Hand nach dem Schlaganfall gelähmt war, malte er kaum noch selbst, sondern verlagerte seine Energie auf das Denken, Konstruieren und Schreiben.
Ein typischer Tagesablauf im Schloss Clos Lucé
Leonardo war ein Frühaufsteher. Sein Tag begann in seinen privaten Gemächern im Clos Lucé, die Sie heute noch besichtigen können.
- Der Vormittag (Das Atelier): Nach einem leichten Frühstück zog sich Leonardo in seine lichtdurchfluteten Ateliers zurück. Da er Linkshänder war, konnte er trotz seiner Lähmung weiterhin zeichnen und in seiner berühmten Spiegelschrift schreiben. Er verbrachte die Morgenstunden damit, mathematische Probleme zu lösen, Festungsanlagen zu entwerfen oder hydraulische Systeme für die Loire zu planen. Seine Schüler arbeiteten unter seiner genauen Anleitung an Gemälden.
- Der Nachmittag (Die Natur): Nach dem Mittagessen suchte Leonardo die Ruhe im Garten. Er beobachtete stundenlang den Flug der Vögel, die Strömungen des Wassers oder die Geometrie der Pflanzen. Für ihn war die Natur die ultimative Lehrmeisterin. Diese Verbundenheit spürt man heute noch intensiv, wenn man durch den weitläufigen Park des Schlosses schlendert.
- Der Abend (Der königliche Besuch): Oft kam am späten Nachmittag oder Abend König Franz I. vorbei. Der junge Monarch suchte bewusst das Gespräch mit dem alternden Philosophen. Die beiden diskutierten stundenlang über Kunst, Architektur, Philosophie und die Zukunft Frankreichs. Franz I. nannte ihn liebevoll „mein Vater“.
Seine Freunde und engsten Vertrauten in Amboise
Obwohl der König sein wichtigster Gönner war, bildete sich um Leonardo im Clos Lucé eine kleine, eingeschworene Gemeinschaft, die weit mehr für ihn war als nur Angestellte. Sie waren seine Familie:
1. Francesco Melzi – Der treue Wegbegleiter
Melzi war ein junger italienischer Edelmann, der als Leonardos Schüler begann, aber schnell zu seinem wichtigsten Vertrauten, Sekretär und eine Art Adoptivsohn wurde. Er war es, der Leonardo die gelähmte Hand ersetzte, seine Diktate aufschrieb und ihn bis zum letzten Atemzug pflegte. Nach Leonardos Tod erbte Melzi den gesamten wissenschaftlichen und künstlerischen Nachlass (die berühmten Codices) und bewahrte ihn für die Nachwelt.
2. Mathurine – Die Seele des Hauses
Leonardo brachte eine französische Köchin und Haushälterin namens Mathurine mit ins Clos Lucé. Zwischen dem Genie und der Köchin entwickelte sich ein tiefes Vertrauensverhältnis. Sie sorgte für sein leibliches Wohl und linderte seine Altersbeschwerden mit regionalen Kräutern. Wie sehr er sie schätzte, zeigt sein Testament: Er vermachte ihr seinen kostbaren, pelzgefütterten Wintermantel – im damaligen Frankreich ein Zeichen allerhöchster Wertschätzung.
3. Alte Freunde aus Mailänder Tagen
Gelegentlich gab es hochkarätigen Besuch. Galeazzo Sanseverino, ein mächtiger italienischer Adliger und Militärkommandant, den Leonardo noch aus seiner Zeit am Hof von Mailand kannte, lebte ebenfalls am französischen Hof. Er vermittelte oft zwischen dem König und dem Meister und war ein gern gesehener Gast im Clos Lucé, um über alte Zeiten in Italien zu philosophieren.
Wenn Sie durch die Räume des Clos Lucé gehen, achten Sie einmal bewusst auf diese familiäre Atmosphäre. Es war kein steifer Palast, sondern ein lebendiger Ort des Denkens, getragen von tiefer Freundschaft und Loyalität.
Warum war der König Franz I. in Amboise? War da sein Regierungssitz?
Dass König Franz I. so viel Zeit in Amboise verbrachte, liegt an einer großen Besonderheit des damaligen Frankreichs: Es gab im 16. Jahrhundert noch keinen festen, dauerhaften Regierungssitz, wie wir ihn heute kennen. Paris war zwar die größte Stadt, aber nicht das politische Zentrum.
Das Schloss Amboise war eine der wichtigsten königlichen Residenzen – man könnte es als einen der Hauptknotenpunkte der Macht bezeichnen. Dass Franz I. genau diesen Ort wählte, hatte ganz persönliche und strategische Gründe:
1. Amboise war seine Heimat
Franz I. wurde zwar nicht in Amboise geboren, aber er wuchs dort auf. Da der vorherige König kinderlos geblieben war, wurde der junge Franz schon früh als potenzieller Thronfolger nach Amboise gebracht. Seine Mutter, Luise von Savoyen, zog ihn dort groß. Für Franz I. war das Schloss Amboise also der Ort seiner Kindheit, an den er zeitlebens eng emotional gebunden war. In seinen ersten Regierungsjahren ab 1515 war Amboise quasi sein Lieblingszuhause.
2. Das „Wandernde Königreich“
Damals regierte man auf Achse. Der König und sein gigantischer Hofstaat – der aus bis zu 10.000 Personen, tausenden Pferden, Möbeln, Wandteppichen und Zelten bestand – zogen permanent von einem Schloss zum nächsten.
Dieser „Ambulante Hof“ hatte handfeste Gründe:
- Versorgung: Ein einziger Ort konnte eine so riesige Menschenmenge damals gar nicht dauerhaft ernähren. Wenn in der Region um Amboise die Vorräte aufgebraucht und die Wälder leergejagt waren, zog der gesamte Hof weiter nach Blois, Fontainebleau oder in den Louvre nach Paris.
- Präsenz: Der König musste sich seinen Untertanen und dem regionalen Adel im Land zeigen, um seine Macht zu demonstrieren.
3. Das milde Loiretal als politisches Zentrum
Das Loiretal war im 15. und 16. Jahrhundert das eigentliche Herzstück der französischen Renaissance. Die Könige schätzten das milde Klima, die fruchtbare Landschaft und vor allem die riesigen Wälder, die ideal für die königliche Jagd waren – die absolute Lieblingsbeschäftigung von Franz I.
Erst später, unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. im 17. Jahrhundert, änderte sich dieses System grundlegend, als die Macht fest an einem einzigen Ort – in Versailles – zentriert wurde.
Spannend für Ihren Besuch: Da der Hofstaat mitsamt Möbeln reiste, waren die Schlösser oft komplett leer, wenn der König nicht da war. Das prunkvolle Mobiliar, das Sie heute im Schloss Amboise sehen, zeigt wunderbar den Geschmack der Epoche, reiste damals aber in riesigen Kisten auf Karren hinter dem König her!