Tag 13 – La Rochelle

So 26.04.26 –

Tag 13 – La Rochelle –

im Überblick:

Fauler Sonntag. – Morgens zusammen laufen – WhatsApp Video Call mit Schwestern (M) – Online Skat Treffen (G) – Blog schreiben – Wäsche waschen – Recherche für Ausflug Mo – Französisch lernen – Essen am Hafen.

Wetter & Wohnen

Mit dem Wetter haben wir hier bisher grosses Glück! Noch keinen Tropfen Regen, auch heute wieder Sonne, und die Aussichten sind erst mal auch weiterhin gut.

Mal sehen, wie es Mitte der Woche wird, wenn wir nach Ile-d’Oleron umziehen.

Land & Leute

Auf dem Friedhof

G geht hier am liebsten in die Markthalle, ich bin gerne auf dem Friedhof. 🙂 Die Hunde auch.

Besonders angetan haben es mir die sehr alten, oft halb verfallenen Gräber.

Und die vielen roten oder bunten Porzellan-Blumensets.

Die sind ja vielleicht eigentlich ein bisschen kitschig, aber sie geben zuverlässige nicht verdorrende Farbkleckser und hellen oft auch die alten vermoosten Grabsteine auf.

Ich habe meine Frage – „Gibt es künstliche Blumen aus Porzellan auch auf Friedhöfen in Deutschland oder ist das eher etwas Französisches?“ – an Gemini gestellt und dies war die Antwort (die mir gut gefällt!):

Künstliche Blumen aus Porzellan oder Keramik sind tatsächlich eine typisch französische Besonderheit und in dieser Form auf deutschen Friedhöfen kaum zu finden. Während man in Deutschland eher auf Naturmaterialien setzt, hat Frankreich eine ganz eigene Tradition der Grabkunst.

Frankreich: Die „Fleurs en Porcelaine“

In Frankreich, besonders in ländlichen Regionen und eben auch in der Gegend um La Rochelle, sieht man auf den Friedhöfen oft prachtvolle Kränze oder einzelne Blumen aus Porzellan oder Emaille.

  • Symbolik: Sie stehen für die Unvergänglichkeit der Erinnerung („Souvenir éternel“). Da echtes Porzellan nicht verrottet, symbolisiert es die Liebe, die über den Tod hinausgeht.
  • Haltbarkeit: Sie trotzen der UV-Strahlung und dem Regen viel besser als Stoffblumen, und fallen nicht so leicht um wie die natürlichen Blumen in Vasen.
  • Optik: Sie wirken oft etwas „altmodisch“ oder nostalgisch.

Deutschland: Natürlichkeit und Satzung

In Deutschland sind Porzellanblumen auf Gräbern extrem selten. Das hat mehrere Gründe:

  • Friedhofsordnungen: Viele deutsche Friedhofssatzungen sind sehr streng. Oft ist nur „grabwürdiger“ Schmuck aus Naturmaterialien erlaubt, um den naturnahen Charakter zu wahren.
  • Ästhetik: Die deutsche Friedhofskultur bevorzugt wechselnde Saisonbepflanzung (Stiefmütterchen im Frühjahr, Heide im Herbst) oder dauerhafte, grüne Grabbepflanzung. Künstlicher Schmuck wird oft als „unpersönlich“ oder „kitschig“ empfunden.
  • Porzellan-Tradition: In Deutschland gibt es zwar eine große Porzellan-Tradition (Meissen, Rosenthal), diese konzentriert sich aber fast ausschließlich auf den Innenbereich und Ziergegenstände, nicht auf den Außenbereich von Gräbern.

In Frankreich ist der Friedhof oft ein Ort der farbenfrohen Erinnerung, während er in Deutschland eher ein Ort der stillen, natürlichen Ruhe ist.


Ich mag die Vorstellung, mit unverwüstlichem farbenfrohem Grabschmuck Friedhofsgräber im deutschen Winter aufzuhellen.

Ich glaube, ich werde hier mal ein „maison funéraire“ (Beerdigungsinstitut) besuchen. Vielleicht kaufe ich ja eine „Fleur en Porcelaine“ für das Grab meiner Eltern? Mal sehen.

Hier erst mal einige Beispiele vom Cimetière Saint-Éloi:

Dies ist eines meiner alten Lieblingsgräber – Zwischen dem Löwenzahn und anderen Unkrautblumen die roten Porzellanblumen:

Und hier zwei weitere meiner Favoriten:

Essen & Trinken

Abends wollten wir eigentlich in einem der Restaurants an dem tollen Platz in der Rue de la Fourche essen, aber – die hatten alle zu!

Wir sind dann weiter zum Hafen gegangen und auch an der Promenade rund ums Wasser hatten sehr viele Restaurants geschlossen.

Das müssen wir uns merken: Essen gehen ja, aber eher nicht am Sonntag! (Und montags ist auch viel zu.)

Gegessen haben wir dann in der Brasserie „Le Ponpon“ direkt am Wasser. Wir hatten wieder Maigre-Fisch – dieses Mal als geteilte Vorspeise – „Ceviche de Maigre, Passion, Avocat“.

(„Ceviche“ = marinierter roher Fisch, in z. B. frischem Limettensaft „gegart“)

Leider habe ich davon kein Foto gemacht, es hat aber klasse geschmeckt.

Unterwegs mit/als Hund

Klar, wieder unter’m Tisch!

Highlights

Ein Tag ohne Ausflug ist auch ein schöner Tag!

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